geladen und gesichert meine damen und herren, über hundertzwanzig kilo maiskörner fanden gestern ihren weg von der ferme dojo nach kpalimé. dort wurden sie bemessen und heute früh direkt zum kunden geliefert. es ist der hustle meine freunde, er hat begonnen.
nach monaten des ausgebens ist es das erste mal, dass wir umsatz machen: 33.600 cfa (51,70 euro) für 48 bols (1 bol = 2,5 kilogramm) mais. gemessen an der arbeit die wir hineingesteckt haben, ist das nicht viel. aber wir hatten auch kein glück: wären alle samen gesprossen, hätten wir locker 3 säcke gehabt. der zu spät einsetzende regen machte uns allerdings einen strich durch die rechnung. ausserdem haben wir teilweise nicht korrekt ausgesät – die samen waren zu tief unter der erde begraben – was gepaart mit dem fehlenden regen dazu geführt hat, dass sie es nicht ans tageslicht schafften.
also wissen wir für das nächste mal: erst dann säen, wenn es zuvor ordentlicht geregnet hat und den boden lediglich mit dem säbel auflockern, drei körner rein und nur mit einer leichten schicht erde schliessen.
es ist der anfang. und schnelles geld war nie in aussicht. doch was ich jetzt nach mittlerweile fünf monaten sehe, ist eine richtig ansehnliche entwicklung. die ferme dojo wird langsam aber sicher zu einem kleinen selbstversorger-paradies: es gibt mais, tomaten, salat, piment, erdnüsse, radieschen, papaya, ein paar karotten, ingwer, zitronengras, kochbananen, maniok, und bald auch igname und avocado.
es ist donalds vater kudzo, der mit ruhe und liebe zum detail die beete um die hütte gestaltet und es ist wirklich eine freude, ihm dabei zuzusehen. man darf auch nicht vergessen, dass dieser hektar land einfach ein unglaublich schöner fleck erde ist, wo wir ungestört sein und arbeiten können, dessen grundstückswert sich in den nächsten jahren auch noch steigern wird. also auch wenn es noch kein erfolgprojekt ist das gewinn abwirft, bedeutet es doch längst einen immensen mehrwert für kudzo, donald und mich und hat definitiv den grundstein gelegt für eine längere freundschaft. danke nochmal an alle spender an dieser stelle!
bevor ich in einem monat (!) schon nachhause fliege, werden die piment- und salat-setzlinge verpflanzt, jeweils auf der fläche eines karrées (25 m2). dann folgen gurken, kohl und karotten ebenfalls in dieser grössenordnung und stellen uns vor ein problem: wie soll grand frère kudzo das alles giessen mit seinem hinkebein? donald muss sich permanent auf der ferme installieren. und bald brauchen wir ein bewässerungssystem, am besten solarbetrieben, so hat man keine laufenden kosten, wie etwa bei einer motorpumpe. solarbetrieben könnte das so aussehen, dass das solarpaneel zusammen mit einem wasserspeicher oben auf einem zementsockel steht und das wasser von dort aus durch ein rohr aus dem fluss zieht. aus dem speicher kann das wasser dann mit druck in die verzweigten leitungen fliessen. das hört sich zwar gut an, aber ist bestimmt auch ziemlich teuer… und daher muss das warscheinlich bis nächstes jahr warten, wenn ich voraussichtlich wieder komme. bis dahin haben die zwei hoffentlich was verdient und ich auch und dann machen wir es wie gehabt: 50%50.


Hinterlasse einen Kommentar