hallo zusammen! ich bin’s. also, es war so: ich hatte keine lust zu schreiben. ha! ganz einfach. bin aber noch da und habe sogar wieder was zu erzählen, vorgestern ist nämlich etwas absolut wahnsinniges passiert.
ich bin ja so am gärtnern, gell. jetzt nicht groß, aber schon ein bisschen halt. gurken und schalotten hab ich schon gute geerntet und gestern hab ich unter anderem kopfsalat, tomaten, gboma (westafrikanisches blattgemüse) und rettich gepflanzt.
weil die dämlichen hennen mir ständig die setzlinge wegpicken, hege ich tiefen groll gegen sie. bisweilen hat sich das auch schon in furorhaften ausbrüchen niedergeschlagen, während derer ich die wild gackernden glucken kieselsteine schmeissend zum tor hinausgejagt habe. die kinder lassen es immer speerangelweit aufstehen, obwohl ich schon mehrmals streng geworden bin. aber sie darf ich ja nicht beschmeissen. aus dieser problemlage heraus haben wir nun ein moskitonetz über mehrere ein meter hohe bambuspflöcke gespannt.
es aufgetrieben und mit mir installiert hat donald. ihn habe ich hier schon ein paar mal erwähnt, er ist derjenige, der mir von anfang an dabei geholfen hat, den garten zu arrangieren und alle möglichen dinge zu besorgen, wie samen, setzlinge oder werkzeug. er arbeitet sieben tage die woche auf dem feld seines ‚papas‘, der nicht wirklich sein vater ist und doch seit jahren von ihm so genannt wird, ist viel am ackern, hat wenig kohle, spielt gerne fussball und handball (wenn er mal zeit hat) und ist ansonsten wirklich immer in gärten am werkeln. sei es meiner (ich sage schon meiner, dabei ist er überhaupt nicht mein eigentum), der von papa oder der kleine vor seinem eigenen haus. wirklich ein guter kerl jedenfalls.
weil donald eben keine kohle hat und aber grosses interesse daran, sich etwas eigenes – will sagen eine farm – aufzubauen, habe ich nach einiger zeit beschlossen, ihm mit dem geld, das mir der ehrwürdige freistaat für den abschluss meiner ausbildung in den schoss gelegt hat, eine starthilfe zu geben. anfangs ging es um eine wasserpumpe, die ich ihm finanzieren würde, fände er ein paar quadratmeter land zur miete. da diese nicht zu finden waren und mieten sowieso auch blöd ist, gibt es jetzt die neue und wie ich finde viel bessere idee, ein stück land zu kaufen. und da land natürlich nicht in kleinen fetzen verkauft wird, sah ich mich kurzfristig vor der entscheidung, einen hektar zu kaufen. wow.
« vom unterbezahlten azubi zum grossgrundbesitzer in nur sechs monaten. wenn sie wissen wollen, wie ich das geschafft habe, folgen sie diesem kanal! »
der preis für den hektar ist dann aber doch etwas höher als jener für eine elektrisch betriebene wasserpumpe. ich hänge nicht besonders an geld. wobei moment, das ist jetzt ein bisschen verblendet, das zu behaupten. was ich meine ist, ich bin nicht so einer, der wegen ein paar liegengelassenen euros oder ungleichmässig aufgeteilten rechnungen rumheult. ich stecke das, was ich habe, gerne in schöne, spannende, oder auch leckere dinge. neues verdienen kann man ja immer. und doch musste ich einsehen, dass 1000 euro für mich allein etwas zu viel sind. dies eingesehen, sass ich dann vorgestern an meinem schreibtisch und verfasste kurzerhand einen spendenaufruf, den ich dann an ein paar whatsapp-gruppen schickte: und zack! der wahnsinn nahm seinen lauf.
ich habe die nachrichten kaum abgeschickt, als mein handy zu bimmeln beginnt: bing! alle zwei minuten kommt jetzt dieses paypal-geräusch. und den ganzen tag geht es so weiter: bing! person xy hat ihnen soundso viel geld geschickt. bing! … bing! … bing! ich kann es nicht glauben und starre auf mein handy. ein breites und ungläubiges grinsen auf dem gesicht.
ich habe so etwas noch nie gemacht und bin jetzt auch kein experte darin, andere menschen nach hilfe zu fragen und sie anzunehmen. auch weil ich einfach gerne unabhängig bin. aber dass das so einfach geht – einfach zu fragen, und zu empfangen – das verblüfft mich wirklich auf einer ganz grundlegenden ebene. ausserdem bin ich voll mit dankbarkeit und irgendwie auch stolz, dass ich so liebe und grossherzige freunde und bekannte habe, die mir so ein riesiges vertrauen schenken. einfach wahnsinn, wie gesagt. ich schaue mal kurz nach: bis zu diesem zeitpunkt sind 1270 euro eingegangen. also wenn sie das lesen: es reicht! und tausend tausend tausend dank! dreitausend dank!
gestern war ich mit donald und seinem cousin lolonyo auf dem landstück, für das wir uns interessieren. circa 70 minuten sind wir mit den motos gefahren. eric der landvermesser war auch dabei. donald hatte mir schon gesagt, dass es ein gutes land sei, aber als ich dort ankomme und es sehe, als ich über das feld laufe und über eine weite ebene schauen kann, bis zu einem grossen hügel am horizont, als ich drei zehn meter hohe palmen sehe, die dort stehen und den fluss, der unten langläuft, da packt mich euporie. bin ich denn in einem scheiss lucky luke – comic? und bin ich gerade wirklich dabei, mir in togo ein stück land zu kaufen, wie so ein millionärssohn mit zu viel selbstvertrauen? scheint so.
jetzt gerade sitze ich früh morgens am schreibtisch und schreibe diesen eintrag zu ende, bevor ich mich gleich aufmache und hoffe, dass die bank den automaten seit gestern wieder aufgefüllt hat: ich muss noch 300.000 francs abheben. gestern bin ich schon mit 400.000 nachhause gefahren und habe den moto fahrer, der 300 francs für die fahrt wollte angeschnauzt, er solle doch endlich aufhören mich auszunehmen wie ein vieh. 700.000 francs also – 1077 euro – das kostet der spass. um neun uhr dreissig ist der termin für die vertragsunterzeichnung. leider kann ich selbst als deutscher nicht der offizielle besitzer sein, sonst hätten donald und ich direkt fifty-fitfy gemacht. so wird er nun der alleinige besitzer und wir machen unter uns einen vertrag, dass das grundstück uns jeweils zu gleichen teilen gehört.
so! ich geh jetzt duschen und dann esse ich mal was. eyizandé! (bis dann!)


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