alles ist geschehen. in einem dorf namens agou akplolo, am fusse der höchsten erhebung dieser so jungen nation, dessen bürger im schnitt knapp 19 jahre alt sind (zum vgl.: in deutschland sind es 44,6 jahre). in den letzten tagen bin ich so oft hin-und her unter diesem grossen M entlang geschossen, wie ich die gipfelkette einmal genannt habe, auf perels raser-moto von apsonic, den hintern alle zwölf sekunden dreissig zentimeter von bodenwellen in die luft geworfen, dass ich von sich langsam bewegenden bergen träume.
am wegesrand schiesst ein weit nach oben gehaltenes, gebratenes flughörnchen vorbei, als zurückhaltendes to-go angebot. übrigens: wenn ich auch nur ein weiteres mal diesen togo – to-go wortwitz ertragen muss, werde ich in einen ameisenhaufen beissen, nur um etwas anderes zu spüren. ein mädchen läuft mit einer grossen aluminiumschüssel vor uns her, trikot: fc bayern. nummer 25, thomas müller. es sieht gar nicht mal so schlecht gefälscht aus, denke ich und dann denke ich an diesen elenden schreihals mario basler, der findet, dass thomas praktisch am ende seiner karriere sei. das mag sein, aber wo ist dann mario basler? seit jahren beschwert er sich nun darüber, dass fussballspieler keinen vodka lemon in der halbzeit mehr trinken. klartext nennt er das, und geht damit auf tour.
sie fragen sich jetzt, was das alles mit der haupterzählung zu tun hat, aber wissen sie, das ist mir egal. sie können auch ruhig die ein oder andere mythenmetz’sche abschweifung mit mir durchmachen, bevor ich zum eigentlich komme. überhaupt – das eigentliche, was soll das schon sein. zu oft musste ich in der letzten zeit so tun, als sei ich kleinunternehmer, das ist wirklich ermüdend. das müssen sie jetzt ausbaden. ich multipliziere mich jetzt wieder ins nichts hinein, in die sich ewig in die breite ziehende jakobsleiter meines erlebenden ichs.
der schnaps um neun uhr morgens passt mir irgendwie richtig in die stimmung, als ich übernächtigt vor dem pult der chèferie stehe und der alte robert neugierig die reaktionen meiner mundpartie beäugt. dann gibt es auch noch gin und immer wieder tröpfelt jemand was auf den boden, aus respekt für die erde oder so, schätz ich. um die erde zu respektieren, könnte der vorbesitzer auch einfach den grossen, alten baum auf dem land stehen lassen, anstatt ihn abzuholzen, sollten wir uns weigern, zusätzlich für ihn zu bezahlen. so eine blöde regel: alles, was sich zum zeitpunkt des verkaufs auf dem feld befindet und irgendwie zu geld machen lässt, muss man dem besitzer noch extra abkaufen. mal schauen, was der halsabschneider dafür will.
der vertrag ist unterzeichnet, der plan gemacht, die grenzsteine in den boden gerammt. alle haben wir uns die hand gegeben, die anderen haben gelacht und witze gemacht, wovon ich natürlich nichts verstanden habe, aber das war dann auch egal. der alte würdenträger robert kann ein bisschen deutsch: ein mann ein wort, sagt er immer wieder. so ist es, sag ich, und proste ihm mit gespieltem ernst zu. jetzt ist davon nichts mehr zu spüren, aber als wir am anfang dort ankamen, war die stimmung echt bedrückend, also für mich jedenfalls, so, als könnte man gleich nur alles falsch machen. wir sassen dort und warteten, der chef in seinem gewand und seinen chef-flip-flops, die immer so einen prunkvollen, goldenen aufsatz auf höhe des mittelfusses haben. der alte robert in kurzarmhemd und schiebermütze. u-förmig sassen wir da auf der terrasse des chefèrie-gebäudes und waren alle irgendwie angespannt, vielleicht musste deshalb im nachhinein auch so viel getrunken werden. am anfang, da war alles sehr förmlich, wir haben uns hingekniet und die begrüssungsfragen beantwortet: wie geht’s den kindern, wie geht’s dem haus, wie geht’s den eltern ? … und keine ahnung, was noch alles. dann durften wir uns wieder hinsetzen und abwechselnd wurde den akteuren das wort erteilt: woézon – yoo. (willkommen – danke) irgendwie so.
na jedenfalls ist es jetzt geschehen – juhu! und alles ist gut gegangen. also bald geht es so richtig los und schicke bilder von unserem land. aufregend! danke nochmal an alle unterstützer.
in der zwischenzeit war ich natürlich weiter fleissig in meinem garten vor dem haus, hier beweisfotos:


gerne würde ich ihnen noch mehr erzählen und alles ausführlicher, aber jetzt bin ich gerade wirklich müde geworden. ein bisschen schlafmangel und das ausgerechnet heute, wo ich auf dem dorf übernachte und nachts irgendeinem gebet beiwohne, das unser feld schützen soll. dazu vielleicht mehr beim nächsten mal. bis dann!
das bild hat übrigens mein handy aus der hosentasche heraus geschossen, vermutlich während einer der vielen moto fahrten unterm grossen m entlang. ich habe es etwas nachbearbeitet.


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