neuerdings ist meine seite – zumindest von togo aus – nur noch mit einem vpn erreichbar, der herrgott weiss wieso. vielleicht ja, hat der präfekt persönlich ihre sperrung veranlasst, nachdem ich ihn letzte woche mit einigen fragen verärgert zu haben scheine. es handelte sich um die neueröffnung des ‚hauses für die jugendlichen‘. genau genommen befindet sich dieses nämlich nicht in dem verwaltungsbereich kloto 1, sondern kloto 3 und somit nicht in dem des präfekten.
mein chef schickt mich also hin um zu fragen, ob und wie diese unstimmigkeiten geregelt sind. der präfekt antwortet mir, es sei der zuständige minister, der den ort entschieden habe und sowieso sei doch alles klar. ich bedanke mich, wir verabschieden uns mit einem ‚bis morgen‘, da wir beide auf der eröffnungsveranstaltung sein werden.
nächstentags angekommen am ort des geschehens, werde ich erstmal von der gendarmerie angeschnauzt, was ‚jeune togo‘ denn für eine presseagentur sei, davon hätten sie noch nie gehört. ist das bei euch zuhause auch so, dass man ohne anmeldung einfach überall hin kann? mein chef hätte sich nie bei ihnen auf der wache vorgestellt. der präfekt steht daneben, er kennt meinen chef, aber das scheint es nicht unbedingt besser zu machen. ich wende mich um und reiche ihm die hand, doch anstatt sie zu nehmen, lässt er mich vor allen leuten die sich mittlerweile um uns versammelt haben, dumm da stehen, wendet sich verägert ab und erzählt der gendarmerie, wie ich tags zuvor bei ihm aufgeschlagen bin und ihn im prinzip der korruption beschuldigt habe.
ich bin etwas übernächtigt an diesem tag, die müdigkeit und die sonne sind also meine mächtigsten feinde und ich will einfach nur durch den tag kommen. dieses einschüchterungstheater beeindruckt mich nicht wirklich. ich antworte, dass ich nur meine arbeit mache und dass ich meinen chef anrufen kann, wenn irgendjemand mit ihm sprechen will. will aber keiner, also weiter gehts. vom verwehrten handschlag habe ich mich auch schnell erholt, obwohl sich seitdem keiner so richtig in meiner nähe aufhalten will, auch nicht die anderen presseleute, die ich bereits kenne.
aber auch die kriegen sich nach einer weile wieder ein und beim nächsten event in einem ausbildungszentrum für landwirtschaftsberufe, lassen mich die machthaber in ruhe und die presseleute scherzen wieder mit mir. vielleicht war das ja alles eine art test – oder gar ein initiationsritus: jetzt, da ich den unmut der autoritäten auf mich gezogen und ihm standgehalten habe, bin ich sowohl von ihnen selbst, als auch von meinen kollegen, als journalist angesehen. und sogar der präfekt grinst mich übers pult an.
alles in allem glaube ich also nicht, dass er die sperrung meiner wordpress-seite angeordnet hat.
die landwirtschaft sei einer der sichersten sektoren für junge arbeitssuchende, sagt der bürgermeister von kpalimé in seiner rede: ‚la terre ne trompe jamais.‘ na das will ich doch hoffen.
bei uns ist die arbeit ist schon weit vorangeschritten. wir haben fast den gesamten hektar von unkraut, gestrüpp und kleinen bäumen befreit und bereits über weite teile mais ausgesät. wir haben eine solide hütte gebaut, eine bank und einen tisch. wir kochen draussen über dem feuer und es gibt eine richtig coole badestelle. die bananiers haben wir entwurzelt und an den grenzen des landstücks entlang neu eingepflanzt. jetzt warten wir nur noch auf den regen – der will noch nicht so richtig fallen. hier eine kleine diashow:
wenn es bald regnet, können wir in zehn bis zwölf wochen den mais ernten, heisst es. bis dahin wachsen hoffentlich die bananiers gut, damit die kochbananen auch ein wenig abwerfen. ansonsten haben wir am flussufer noch ein paar beete mit piment und ademe (blattgemüse für sauce).













Hinterlasse einen Kommentar